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Letztes Update:
Jan 2014

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Mohrenkopfpapagei Lexikon

Deutsche Namen : Mohrenkopfpapagei
Wissenschaftliche Namen: Poicephalus senegalus (bedeutet sinngemäß: Der Grauköpfige (Papagei) aus dem Senegal.)
Englische Namen Senegal Parrot
Körperlänge: 23 bis 24 cm

Gattung: Langflügelpapagei
Brutzeit :
Brutsaison von September bis November natürlicher Brutrhythmus in der Natur. Käfigvögel und Bewohner von Zimmervolieren sind wenig an einen Brutrhythmus gebunden. Sie können zu jeder Jahreszeit brutlustig werden und auch mehrmals im Jahr Junge aufziehen.Freivolierenvögel passen sich den mitteleuropäischen Verhältnissen an und beginnen mit der Balz und Brut im Frühsommer, anschließend folgt die Jungenaufzucht bis etwa August/September. Zwischen August und Oktober ist Mauserzeit und abschießend eine winterliche Neutralphase, die bis zum Beginn der nächsten Brutzeit andauert.
Gelegegröße
Das Gelege umfaßt 3 - 4 Eier, selten auch einmal 5 Eier. Die Eimaße in Gefangenschaft betragen 29,4 mm x 26,4 mm
Brutdauer
Die Brutdauer beträgt 25 Tage-28 Tage, manchmal werden auch 30 Tage angegeben, dies kann aber auch daran liegen, dass der genaue Beginn der Brut nicht festgestellt werden kann.
Nestlingsdauer
Die Nestlingszeit liegt bei 9 bis 10 Wochen. Das Nest wird mit ca. 10 Wochen verlassen , wobei eine selbständige Nahrungsaufnahme mit rund 11 bis 13 Wochen erwartet werden kann..
Geschlechtsreife
Die Geschlechtsreife tritt bei Mohrenkopfpapageien gegen Ende des zweiten Lebensjahres ein. Sie schreiten unter günstigen Außenbedingungen in der Regel erstmals im dritten Lebensjahr zur Brut. Erfolgreiche Bruten mit anschließender Jungenaufzucht kommen allerdings oft erst nach mehreren Brutversuchen zustande. Meine Erfahrung zeigt , daß so das fünfte Lebensjahr als real für eine erfolgreiche Brut anzusehen ist.
Unterarten
1. Poicephalus s. senegalus Engl.: Senegal Parrot




2. Poicephalus s. versteri Finsch (Finschs Mohrenkopfpapagei, Engl.: Red-vented Parrot)


3. Poicephalus s. mesotypus Reichenow(Reichenows Mohrenkopfpapagei, Engl.: Orange-bellied Parrot)
Verbreitung
Verbreitung aller Unterarten: Senegal, Gambia, Guinea-Bissau und Guinea. Elfenbeinküste und Ghana ostwärts bis West-Nigeria. Ost- und Nordost-Nigeria, Nord Kamerun und Südwest-Tschad.Die Mohrenkopfpapageien sind meist standorttreu und unternehmen nur lokale Wanderungen wegen des Nahrungsangebotes. Mohrenkopfpapageien wurden schon bis zu einer Höhe von 1000m angetroffen und haben in der Landwirtschaft große Schäden in den Mais und Hirsefeldern anrichten.
Beschreibung der Art
Der Mohrenkopfpapagei gehört zur Gattung der Langflügelpapageien, der neun Arten angehören. Er kommt in drei Unterarten vor.
1.Unterart: Poicephalus s. senegalus.(Nominatform)
Kopf und Gesicht grau bis dunkelgrau ; Ohrdecken bzw. Ohrfleck mit leicht silbernem Anflug; Hinterbrust, Bauch, Unterflügel und Unterschwanzdecken in leuchtendem Hellgelb, das sich in der Bauchmitte zu Orange vertieft; Schwungfedern und Schwanz dunkelbraun mit olivgrünem Anflug; Oberseite, Schenkel und ein schildförmiges Brustband leuchtend grasgrün; Schnabel schwärzlichgrau; Iris gelb, nackter Augenring schwarz.
2.Unterart: Poicephalus s. versteri:
gleicht der Nominatform, das Grün an der Oberseite ist dunkler und der Bauch orangerot.
3.Unterart: Poicephalus s. mesotypus:
wie die nominatform, aber das Grün ist blasser und reicht von der Brust bis in den Bauchbereich, der Bauch ist orange.
Mohrenkopfpapageien weisen keine äußerlichen Geschlechtsmerkmale auf. Einige Züchter weisen auf die Unterschwanzdecken hin, sie sollen beim Weibchen eine Grünfärbung zeigen, beim Männchen wären sie rein gelb, dies ist aber nicht wissenschaftlich nachgewiesen.
Alle Jungtiere haben matteren Farben; die Iris ist noch dunkel.
Die Füße der Mohrenkopfpapgeien sind dunkelgraubraun (bei manchen auch altrosa) und die Krallen schwarz.
Größe: 23-24 cm, Lebensdauer: ca. 30 Jahre(genaueres ist nicht bekannt), Gewicht 120-150 Gramm.
Manche Züchter weisen auch auf Mutationen, bzw. Schecken hin, diese sind aber noch nicht gesichert.
Hier ein Bild von einem Schecken Mohrenkopfpapagei, der nachweislich nicht krank ist und sich nach der Jungmauser nun gescheckt darstellt.             
                                                                                  
(Danke für die Bereitstellung des Bildes)
Lebensweise in freier Natur
Der Lebensraum von Mohrenkopfpapgeien sind offene Waldgebiete und die Baumsavanne.
(Savanne = Vegetationsformation in wechselfeuchten Tropenbereich beiderseits des Äquators, überwiegend Grasland mit Gebüschen, Baumgruppen und Einzelbäumen, seltener Gebüsch- und Baumformationen. Während der Regenzeit herrscht üppiges Wachstum, in der Trockenzeit verdorrt die Vegetation)
Er lebt außerhalb der Brutzeit allein, in Paaren oder in kleinen Gruppen von 10 bis 20 Vögeln . Hierbei ist er sehr scheu, hat eine große Fluchtdistanz und ist durch seine Färbung meist gut getarnt, wenn er in den bäumen sitzt, daher ist er oft nur im Flug zu sehen dann aber laut schreiend. Der Flug ist nicht sehr schnell. Aus Gründen der Nahrungsaufnahme zieht er umher. Seine Laute bestehen aus kurzen Schreien und hohen Pfeiftönen wobei der Alarmschrei eher rauh und hart klingt.
Der Bestand ist sicher, wobei Schwankungen vom Nahrungsangebot abhängen.
Die Brutzeit ist von September bis November. Genistet wird in sehr hohen Baumhöhlen, näheres dazu ist mir nicht bekannt.
Als Nahrung dienen dem Mohrenkopfpapagei Früchte (vor allem Feigen), Samen verschiedener Bäume, Knospen und Getreide.In Anbaugebieten fressen sie gerne Hirse, Mais und Erdnüsse.
Unterbringung in Menschenobhut eine ideale Unterbringung ist eine ruhige und geschützte Voliere von 2,5 m x 1 m x 2 m; möglich ist auch ein sehr großer Kistenkäfig von 1,5 m x 0,8 m x 1,2 m. Die Temperatur bei der Überwinterung sollte nicht unter +10C° bis +12C° liegen, manche Züchter halten sie bis zu +5C° im Freien, aber dann mit einem Nistkasten als Schlafplatzmöglichkeit. Zur Zuchtzeit sollte die Temperatur möglichst nicht unter +15C° fallen.
Die Mohrenkopfpapageien zählen zu den mittellauten Papageien, die unbeobachtet recht lebhaft sein können. Junge Tiere können sehr liebe, zahme und anhängliche Vögel werden, an denen man große Freude hat. Alte Wildfänge(Importtiere/Naturbruten) bleiben dagegen recht störrisch und ewig ängstlich, mitunter legen sie ein panikartiges Verhalten beim Nahen des Pflegers an den Tag. Junge Vögel lernen Worte nachahmen, wenn auch nicht immer deutlich; die meisten Mohrenköpfe können besser pfeifen. Anderen Arten gegenüber sind sie meist verträglich, verteidigen aber ihr Revier aufs äusserste.
Mohrenkopfpapageien benötigen wie alle Papageien regelmäßig (ca. alle 6Wochen) frisch unbehandelte, ungiftige Naturäste (z.B. Haselnuß, Weide, Birke, Hainbuche, Ahorn, Erle, Linde, Obstbäume, morsches Holz...) zum Benagen. Die Äste sind gut für die Krallen und nutzen diese auf natürliche Weise ab. Zusätzlich versorgen sie die Vögel beim Benagen mit Vitaminen und Mineralien.
Zucht in Menschenobhut
Der Nistkasten sollte eine Höhe von 30 cm und eine innere Breite von 25 cm aufweisen. Der Durchmesser des Einflugloches sollte 8 cm betragen und es sollte mit einer Kletterhilfe z.B. aus Draht oder aus Holz, bis zum Boden versehen sein. Auf dem Nistkastenboden sollte eine ca. 3-5 cm dicke Schicht aus Sägemehl oder Buchenholzspänen als Nistmaterial angeboten werden.
Bei den Mohrenkopfpapageien umfaßt das Gelege 3 - 5 Eier und die Eier werden 25- 28 Tage bebrütet(Eimaße: 29,4 mm x 26,4 mm). Zur Brutzeit solle man das Brutpaar in einer geschützten Voliere unterbringen und der Nistkasten sollte im eher im Dunklen aufgehängt werden. (Manche Züchter decken die Umgebung des Nistkastens mit einem Tuch ab.)
In der Brutzeit sind die Mohrenkopfpapageien oft aggressiv gegenüber ihrem Pfleger.
Die normale Rollenverteilung bei der Brut besteht darin, daß das Männchen Futter aufnimmt, es in seinen Kropf einlagert, sich dann zu dem Weibchen in den Nistkasten begibt und es mit vorverdauter Nahrung aus dem Kropf versorgt. Dieses wiederum verfüttert die Nahrung , nun zweifach vorverdaut, an die Jungen. In der Regel beteiligt sich das Männchen nach wenigen Tagen direkt an der Fütterung der Jungvögel.
(Handaufzucht           Bildertagebuch einer Handaufzucht)
Nestlingszeit:
Im Alter von gut 14 Tagen öffnen die Jungen die Augen. Nach drei Wochen kann man die ersten Federkiele erkennen, mit fünf Wochen kann man die ersten gelben Unterflügelfedern erkennen und eine vollständige Befiederung ist mit ca. 8 Wochen erreicht. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich die Jungen schon am Einflugloch des Nistkastens sehen. Das verlassen des Nestes findet mit ca. 10 Wochen statt. Eine selbständige Nahrungsaufnahme ist mit rund 11 bis 13 Wochen zu erwarten.
Die Erstzucht ist meines Wissens 1956 in Dänemark gelungen. Mutationen sind laut F.Pfeffer 2 bekannt (Zimtfarbenener und gescheckter Mohrenkopfpapagei wobei nicht klar ist ob es echte Mutationen sind).
Ernährung in Menschenobhut
Die Ernährung in der Gefangenschaft besteht meist aus einem
Sämereiengemisch aus Kardi, Paddyreis, Weizen, Hafer, Glanz und verschiedenen Hirsesorten; Kolbenhirse. Dies kann auch gekeimt gereicht werden. Außerdem können noch wenige weise Sonnenblumenkerne, Erdnüsse 8ohne Schale wegen Verpilzung) und Eicheln gegeben werden. Gerne werden verschiedene Obst- und Gemüsesorten, wie z.B. Weintrauben, Feigen, Pfirsiche und Äpfel; halbreifer Mais, Möhren, Eberesche, Feuerdorn, Samen verschiedener Bäume, Knospen Hagebutten, Kirschen, Orangen, Mandarinen, Bananen, Kiwis, Grünpflanzen (Vogelmiere, Löwenzahn usw) genommen, wenn die Vögel an diese Kost gewöhnt sind.
Hilfreich ist hierbei, das Zusatzfutter immer an der gleichen Stelle anzubieten.
Bei der Brut und Jungenaufzucht
Eifutter, Weißbrot, Zwieback und Biskuit.
Wenn sie Futter nicht kennen oder von Jugend an nicht an Obst und Gemüse gewöhnt sind, neigen sie dazu, sich einseitig zu ernähren.

Infos zusammengestellt aus:
Lexikon der Papageien, Thomas Arndt, Arndt Verlag (CD-Rom)
Der Mohrenkopfpapagei, Werner Lantermann, Horst Müller Verlag
Die afrikanischen Großpapageien, W. Lantermann und V. Wagner, Natur Verlag
Die bunte Vogelwelt: Papageien-Kakadus-Loris, Rita Riske, Riske-Medien ( CD-Rom)
Papageien (Lebensweise, Arten, Zucht), Wolfgang de Grahl, Ulmer
Papageien Band 1,2,3, Franz Robiller, Ulmer
Langflügelpapageien, Hoppe/welcke, Ulmer
Das Papageienbuch, Rosemary Low, Ulmer
Papageien ihr Leben in Freiheit, Thomas Arndt, Horst Müller Verlag
Die Ernähnrung der Papageien u. Sittiche, Hans Jürgen Künne, Arndt Verlag
Gefiederten Welt 10/2000, ”Über den Mohrenkopfpapagei”, Franz Pfeffer(Platting)
Und die Zeitschriften Papageien, WP-Magazin, AZ-Nachrichten

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